Baurechte

Baurechte

Nicht immer wollen wir selber bauen und gestalten. Gerne geben wir auch Land im Baurecht weiter an Gruppen oder Institutionen, deren Ziele wir unterstützen: zum Beispiel an den Verein FoyersBasel oder die Wohngenossenschaft «Gnischter». Oder wir laden Bauherrschaften ein, gemeinsam mit uns einen Stadtteil zu entwickeln – wie auf der Erlenmatt Ost oder dem Lysbüchel-Areal. Auch so schützen wir Boden und Häuser vor Spekulation und ermöglichen zukunftsträchtige Projekte.

Langfristige Partnerschaft

Ein Baurecht bezeichnet das Recht, ein Grundstück zu bebauen und für eine meist generationenübergreifende Zeit zu nutzen, ohne es zu besitzen. Somit kann auch eine Gruppe bauen, die nicht über Kapital für den Kauf des Bodens verfügt. Das Baurecht wird ins Grundbuch eingetragen und bietet beiden Seiten langfristige Sicherheit.

 

In einigen Fällen sind wir selber Baurechtsnehmerin: Die Grundstücke an der Rheingasse 31, wo wir unsere Geschäftsstelle eingerichtet haben, und an der Hüningerstrasse 31/33 gehören dem Kanton Basel-Stadt. Die Parzellen der Wohnhäuser Karl Jaspers-Allee 5, 7, 11, 13 gehören der Christoph Merian Stiftung CMS.

Beckenstrasse, Elsässerstrasse, Lothringerstrasse (Lysbüchel Süd)

Grundstück

12’400 m², unterteilt in 15 Parzellen, davon 12 Baurechtsparzellen von 312 bis 926 m²

Baujahr

ab 2020

Baurecht an

  • Parzelle 2, Methusalix
  • Parzelle 3, WBG Areal
  • Parzelle 4, Feld 4
  • Parzelle 5, Baugruppe Abakus
  • Parzelle 6, Stadtkind Basel
  • Parzelle 7, Wohnstadt
  • Parzelle 9, Cohabitat
  • Parzelle 10, Point Commun
  • Parzelle 11, WBG Sophie Stinde
  • Parzelle 12, Lyse–Lotte
  • Parzelle 13, Kommen, Gehen und Bleiben
  • Parzelle E 137, Genossenschaft Mietshäuser Syndikat

Nutzung

Wohnen, evtl. wenig Gewerbe

Kontakt

Urs Buomberger

+41 61 327 10 92

buomberger@stiftung-habitat.ch 

Auf diesem ehemaligen Gewerbeareal zwischen Lothringer- und Elsässerstrasse planen wir einen neuen Stadtteil als Erweiterung des St. Johann Quartiers. In der städtebaulichen Planung haben wir das Areal in 15 unabhängige, eher kleinere Parzellen aufgeteilt. 12 davon geben wir im Baurecht ab. Lysbüchel Süd ist reserviert für Wohnungen. Auch ein Anteil an stillem Gewerbe ist möglich, wie zum Beispiel ein Café, ein Lebensmittelladen, Praxis- oder Büroräume. 

 

Im Westen des Areals fügen sich 11 Parzellen zu einem Blockrand entlang der Lothringerstrasse, der Beckenstrasse und einer neuen Wegverbindung durch das Areal zusammen. Im Norden wird später ein neuer Stadtplatz anstelle des heutigen Parkhauses entstehen. Die Gebäude des Blockrands werden einzeln geplant und sollen eine eigene Handschrift tragen. Weitere zwei Parzellen liegen an der Elsässerstrasse, eine gegenüber dem Weinlager. 

 

Für die Entwicklung dieser Parzellen suchten wir mit einer Ausschreibung Genossenschaften, Baugemeinschaften oder andere Institutionen, die unsere Ideen teilen. Dabei strebten wir eine möglichst vielfältige Mischung an. Eine Besonderheit ist die Elsässerstrasse 137: Dieses schöne Haus von 1898 mit den acht 2- bis 4-Zimmer Wohnungen und dem 2-Zimmer-Atelier im Erdgeschoss soll erhalten und von den Baurechtsnehmenden renoviert werden.

 

Nach vielen Gesprächen konnten wir einen ersten Vorentscheid treffen und haben die Parzellen für die unten aufgeführten Gruppen reserviert. Die Reservation ist noch unverbindlich. Darauf hat jede Gruppe eine architektonische Studie für ihre Parzelle erarbeitet und an einer gemeinsamen Veranstaltung im September präsentiert. Der nächste Schritt auf dem Weg zur verbindlichen Option auf eine Baurechtsparzelle im Frühling 2019 ist nun das Vorprojekt.

 

Wir freuen uns auf die Menschen, die im neuen Quartier leben möchten, und auf lebendige, vielfältige Nachbarschaften. Erste Baueingaben sind 2019 zu erwarten, gebaut wird ab 2020. Ab 2021 sollen die ersten Häuser bezogen werden. 

 

 

 

 

 

Projekt Quartierentwicklung Lysbüchel Süd

Erlenstrasse 39 und 41

Grundstück

776 m² mit 2 Liegenschaften

Baurecht an

Wohngenossenschaft «Gnischter», Basel

Nutzung

Grosse Wohnungen mit Garten

Die beiden Häuser aus der Gründerzeit haben eine interessante Geschichte: Sie wurden für Vorgesetzte der Deutschen Bahn geschaffen. Die gemeinnützige Eisenbahn-Wohnungsbaugesellschaft Karlsruhe baute eine ganze Häuserzeile mit solchen Dienstwohnungen. Dafür wurde der Erlenweg in Erlenstrasse umbenannt. Im nobleren Nachbarhaus Nr. 15, wo heute die Swiss International School zuhause ist, wohnten die Bahndirektoren mit ihren Familien – auf 240 m².

 

Auch die Wohnungen in unseren Häusern atmen die Grosszügigkeit der Gründerzeit mit hohen Räumen, breiten Gängen und Flächen von 120–180 m². Hier leben heute Wohngemeinschaften und Familien, die zu einer Hausgemeinschaft zusammengewachsen sind.

 

Als die Eisenbahn-Wohnungsbaugesellschaft sämtliche Häuser 2005 an eine grosse Immobilienfirma verkaufte, läuteten bei der Hausgemeinschaft die Alarmglocken. Doch erst 2013 wurde es ernst, als Kaufinteressenten durch den Garten spazierten. Die Hausgemeinschaft wandte sich an die Wohngenossenschaft «Gnischter» – und an uns, weil wir uns auf der nahegelegenen Erlenmatt engagieren.

 

Zusammen fanden wir eine Lösung, um den günstigen Wohnraum zu erhalten: Wir erwarben den Boden und gaben ihn im Baurecht an die Wohngenossenschaft weiter. Diese erwarb die Liegenschaften. Die Mieterinnen und Mieter traten der Genossenschaft bei und können weiterhin in ihrer Hausgemeinschaft leben.

Goldbachweg 2–14 (Erlenmatt Ost)

Baujahr

2017–2018

Baurecht an

  • Genossenschaft Erlenflex, Neubau durch Bart & Buchhofer Architekten, Biel
  • Sowag, AG für sozialen Wohnungsbau, Neubau durch Rüst & Gerle Architekten, Basel
  • Genossenschaft Zimmerfrei, Neubau durch BuchnerBründler Architekten, Basel
  • Stiftung Abendrot, Neubauten durch Atelier Abraha Achermann, Zürich

Nutzung

Wohnungen und Gewerberäume

 

Der Goldbachweg liegt direkt am Erlenmattpark und ist ein reiner Velo- und Fussweg. An dieser schönen Lage gaben wir vier Parzellen im Baurecht an Genossenschaften und andere Bauherren ab, die unsere Vision einer lebendigen Gemeinschaft teilen. Die vier Parzellen wurden parallel zum gesamten Areal und in engem Austausch mit uns entwickelt. So profitierten die Baurechtsnehmenden auch voneinander. Besonders spannend ist es für uns zu sehen, wie unterschiedlich die Häuser organisiert sind und das Zusammenleben gestalten.

Goldbachweg 2: Genossenschaft Erlenflex 
Die Genossenschaft Erlenflex entstand aus der Initiative zweier Familien im Matthäusquartier. Sie suchten nach einer gemeinschaftlichen Wohnform und wollten im Kleinbasel bleiben. Im Lauf der Zeit wuchs die Gruppe und wurde zur Hausgemeinschaft. Sie plante ein feingliedriges Haus aus Holz und Beton mit 18 Wohnungen – vom Studio bis zur 6-Zimmer-Wohnung. Einzelne Schaltzimmer können nach Bedarf und Lebensphase dazu gemietet werden. Ein gut ausgestatteter Gemeinschaftsraum wird rege genutzt für Mittagstische oder Geburtstagsfeiern, für Sitzungen oder Filmabende. Auch die Werkstatt, der geräumige Velokeller, die Waschküche im Erdgeschoss sind gemeinsam genutzte Begegnungsräume.

 

Genossenschaft Erlenflex

Goldbachweg 4/6: Sowag
Die Sowag AG für sozialen Wohnungsbau engagiert sich seit über 20 Jahren für günstigen Wohnraum und baut in der Region eigene Häuser. Am Goldbachweg sind insgesamt 30 kleinere und grössere Wohnungen mit durchdachten Grundrissen entstanden, deren Mieten deutlich unter dem Marktniveau liegen. Der Veloraum ist flexibel gestaltet und kann bei Bedarf als Gemeinschaftsraum genutzt werden. Die Vermietung lief unkompliziert: Wer persönlich vorsprach und seine Situation erklärte, erhielt die Zusage per Handschlag. Damit hat die Sowag nach eigenen Worten immer gute Erfahrungen gemacht. Entsprechend bunt ist die Mieterschaft in diesem freundlichen Haus.

 

Sowag

Goldbachweg 8/10: Genossenschaft Zimmerfrei
Das grösste Haus am Goldbachweg ist das Haus «Stadterle» der Genossenschaft Zimmerfrei mit den markanten grünen Scobalitbändern, die um die Fassade laufen. Die Initiantinnen und Initianten – engagierte Menschen aus dem Kleinbasel – suchten Raum für gemeinschaftliches Wohnen in verschiedensten Formen. Sie entwickelten ihr Projekt konsequent im Kollektiv. In der Stadterle leben fast 100 Menschen in den unterschiedlichsten Konstellationen. Zwei 12,5-Zimmer Clusterwohnungen sind für Gross-WGs reserviert. Der Privatraum wurde bewusst reduziert zugunsten der gemeinsam genutzten «Hausallmend». So heissen die Räume, die von allen genutzt und gepflegt werden: Laubengänge, Lobby, Gästezimmer, Waschsalon, Werkraum, Veloraum und ein grosser Dachgarten.

 

Genossenschaft Zimmerfrei

Goldbachweg 12 und 14: Stiftung Abendrot
Die Stiftung Abendrot baut zwei Gebäude mit rund 50 Wohnungen, fast alle auf zwei oder drei Etagen, die über interne Wendeltreppen miteinander verbunden sind. Das Erdgeschoss ist für Gewerberäume reserviert: Hier wird der Verein Mobile ab Frühling 2019 das Café Ost mit Feinkostladen betreiben. Zudem werden der Quartiertreffpunkt Rosental/Erlenmatt und eine Velowerkstatt einziehen. Weitere Atelierräume – teilweise direkt mit der darüberliegenden Wohnung verbunden – sind noch frei. Ein Teil der Wohnräume ist für den Verein Mobile reserviert, der junge Menschen in einer schwierigen Lebenssituation begleitet. Alle Mieterinnen und Mieter werden automatisch Mitglied im Hausverein. Dieser gestaltet das Zusammenleben und verwaltet die gemeinschaftlichen Räume. Dazu gehören ein Cheminéezimmer, eine Gemeinschaftsküche, verschiedene Schaltzimmer und die Laubengänge.

 

Stiftung Abendrot

 

Projekt Quartierentwicklung Erlenmatt Ost

Freiraum für innovative Wohnprojekte

Römergasse 19 und 21, Alemannengasse 15, Theodorsgraben 32

Grundstück

1'284 m² mit 4 Liegenschaften

Baurecht an

Verein FoyersBasel

Nutzung

Pädagogisch-therapeutische Angebote für Mädchen in Krisensituationen (Verein FoyersBasel)
Wohnungen für Studierende (Verein für studentisches Wohnen WoVe)

In den drei Häusern an der Römer- und Alemannengasse hat der Verein FoyersBasel ein umfassendes Angebot für Mädchen in Krisen eingerichtet: die sogenannte Durchgangsstation. Sie umfasst eine geschlossene Abteilung, eine offene Abteilung, die einer Wohngruppe entspricht, und eine interne Schule.

 

Rund 80 Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren kommen jährlich aus der ganzen Deutschschweiz hierher, weil sie unter schwierigen Situationen im Elternhaus leiden oder abgehauen sind. Sie werden hier einige Monate intensiv betreut. Die Betreuerinnen und Betreuer suchen mit ihnen einen Weg aus der Krise und eine geeignete Anschlusslösung.

 

Der Verein FoyersBasel brauchte dringend neue Räume, um sein Angebot zu erweitern. Wir wussten davon und schätzten die Parzelle mit vier Liegenschaften, die uns 2011 zum Kauf angeboten wurde, als ideal ein. Schnell einigten wir uns mit FoyersBasel auf ein Baurechtsverhältnis. So konnte sich die Institution auf die Liegenschaften konzentrieren und drei davon nach ihren sehr spezifischen Bedürfnissen umbauen. Die drei Häuser mit therapeutischem Angebot gruppieren sich um einen Innenhof.

 

Die vierte Liegenschaft auf der Parzelle steht am Theodorsgraben, mit dem Rücken zum Innenhof: Hier vermietet der Verein für studentisches Wohnen WoVe WoVe Wohnungen an Studierende – schon vor dem Kauf durch uns und jetzt weiterhin als Mieter von FoyersBasel.

 

Verein FoyersBasel

Verein für studentisches Wohnen WoVe

Signalstrasse 41/43, 41a/43a (Erlenmatt Ost)

Baujahr

2019

Baurecht an

Genossenschaft Coopérative d'ateliers, Neubau durch Degelo Architekten, Basel

Nutzung

Wohnungen und Ateliers

Signalstrasse 41/43, 41a/43a: Coopérative d’ateliers 
Wohnen im Atelier – für viele Kunstschaffende ein unerfüllbarer Wunsch. An der Signalstrasse wird das bald möglich sein: Eine Gruppe von Basler Künstlerinnen und Künstlern schloss sich zur «Coopérative d’ateliers» zusammen, um hier ein Atelierwohnhaus zu bauen. Auf vier Geschossen entstehen insgesamt 14 Wohnateliers für eine oder zwei Personen. Sie sind zwischen 60 und 150 m² gross und nur minimal ausgebaut. Nasszellen und kleine Küchenmodule werden auf Wunsch eingebaut. Das Haus ist so gut gedämmt, dass es ohne Heizung auskommt. Dadurch können die Betriebskosten – und dementsprechend auch die Mieten – tief gehalten werden. Die ersten Kunstschaffenden sollen 2019 einziehen.

 

Projekt Quartierentwicklung Erlenmatt Ost