Projekt Quartierentwicklung Erlenmatt Ost

Projekt Quartierentwicklung Erlenmatt Ost

Auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs der Deutschen Bahn bietet sich uns die Chance, einen ganzen Stadtteil zu entwickeln. Buchstäblich auf der grünen Wiese. Hier können wir unseren Ideen Gestalt geben: Boden der Spekulation entziehen und im Baurecht abgeben, zahlbaren Wohnraum für Menschen in allen Lebenslagen schaffen, Wohnen und Arbeiten im Quartier, Räume für Gemeinschaft und Begegnung, eigene Energie produzieren. Unser umfassendstes Projekt bisher.

Ein neues Quartier entsteht

Auf dem Ostteil des jungen Erlenmattquartiers sieht es heute ungefähr so aus: In drei Häusern entlang des Erlenmattparks und in einem Gebäude an der Signalstrasse herrscht ein Kommen und Gehen, Kinder spielen, Erwachsene plaudern miteinander. Daneben wird gebaut. Der grosszügige Hof ist noch abgesperrt und roh. Man sieht: Hier entsteht ein neuer Lebensraum.

Schon beim Kauf des Areals wussten wir, dass wir es gemeinsam mit Anderen bebauen wollten. Uns schwebte eine kleinteilige Bebauung mit einzelnen Häusern vor, die sich deutlich voneinander unterscheiden. Deshalb teilten wir das Gelände in 13 Parzellen auf, von denen wir bisher sechs im Baurecht an interessierte Genossenschaften und andere Bauherrschaften abgaben. So entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit mit der Erlenflex Genossenschaft, der Sowag (AG für sozialen Wohnungsbau), der Genossenschaft Zimmerfrei, der Stiftung Abendrot und der Coopérative d’ateliers. Sie sind für uns nicht nur Baurechtnehmer, sondern Partner in der Entwicklung des neuen Quartiers. Zusammen leisten wir Pionierarbeit.

Wir selber bauen entlang der Signalstrasse zwei Wohnhäuser mit Gewerbeanteil, ein Haus für Studierende und eine Einstellhalle für viele Velos und wenige Autos. Eine Besonderheit ist das alte Getreidesilo von 1912, das wir erhalten und zum Herzstück des Areals umgestalten. Hier entstehen ein Hostel, ein Restaurant, Arbeitsräume und verschiedene weitere Angebote, die zusammen mit den Menschen im Quartier entwickelt werden.

 

Strom vom eigenen Dach

Besonders stolz sind wir auf die Energiezentrale, die alle Häuser mit erneuerbarem Strom versorgt. Ein Teil der Energie wird von den Sonnenkollektoren auf allen Hausdächern erzeugt. Die Bauarbeiten dauern bis 2019, deshalb beginnen wir erst im Herbst 2018 mit der Gestaltung der Innenhöfe – natürlich gemeinsam mit den Bewohnerinnen und Bewohnern. Wer hier lebt, gestaltet mit.

 

Lebendig, nachhaltig, gemeinschaftlich

Unser Nachhaltigkeitskonzept definiert den Rahmen, der für alle Bauprojekte auf dem Areal gilt. Das Ziel von Beginn an: die 2000-Watt-Gesellschaft. Das beinhaltet klare Kriterien bezüglich Wohnfläche, Energieverbrauch und Mobilität.

In den ersten Jahren organisierten wir eine Zwischennutzung, Austauschforen, Gesprächsrunden und das jährliche Silofest. Dort lernten sich die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner der Erlenmatt Ost kennen, entwickelten Ideen und lancierten Projekte. Diese Vorarbeit hat sich gelohnt: Die gute Stimmung ist spürbar. Nun übergeben wir die Verantwortung für das Quartierleben an die Menschen vor Ort.

 

Der Mix macht’s

Wir wollen, dass möglichst viele verschiedene Menschen auf Erlenmatt Ost ihr Zuhause oder einen Arbeitsplatz finden. Jung oder alt, kleines oder grosses Portemonnaie, Singles, Paare, Familien und Wohngemeinschaften, Studierende, Menschen von hier oder dort, mit Behinderung oder ohne leben hier. Das Silo, ein Kindergarten und eine Kinderkrippe werden dafür sorgen, dass das Areal auch von Menschen aus angrenzenden Quartieren besucht wird.

 

Blog Erlenmatt Ost

Arealleitfaden

Unsere Baurechtsnehmenden

Projektdauer
2010–2019
2. Etappe ab 2023

 

Grundstück
22'000 m²

 

Städtebauliches Konzept
Atelier 5 Architekten und Planer, Bern

 

Nutzung
Wohnungen, Gewerberäume, Wohnheim und Werkstätten für Behinderte, Kinderkrippe, Kindergarten, Gastrobetriebe, Hostel, Ateliers. Die drei nördlichsten Parzellen werden bis 2023 von der Firma Ziegler genutzt, danach kann der letzte Teil des Areals ebenfalls bebaut werden. Bis dahin bleibt Erlenmatt Ost ein Areal in Entwicklung.

Wohn- und Gewerbehäuser Signalstrasse 23/25 und 25a

Neubau

2017

Galli Rudolf Architekten, Zürich

Nutzung

12 Wohnungen, Gewerberäume, Wohngruppen und Arbeitsstätten für Menschen mit Behinderung, Kinderkrippe, Gemeinschaftsraum für das ganze Areal

Die Umgebung des auffallenden roten Hauses an der Signalstrasse ist noch nicht fertig. Dennoch ist der gemeinschaftliche Geist der Erlenmatt Ost bereits zu spüren: 12 kompakte Wohnungen mit Begegnungsraum im grosszügigen Treppenhaus, eine Wohngruppe und Arbeitsräume für Menschen mit Behinderung, eine Kinderkrippe und ein heller Gemeinschaftsraum für das Quartier.

Clevere Lösung 
Das L-förmige Gebäude aus rotem Beton besteht aus zwei Teilen, dem Vorderhaus an der Signalstrasse und dem Hinterhaus im Hof. Die Gewerberäume im Erdgeschoss und eine hohe Wand aus Beton und Glasbausteinfenstern schützen die Wohnungen auf der Hofseite vor dem Lärm der stark befahrenen Autobahn. Dazwischen öffnet sich ein Atrium, das auf den Wohngeschossen zusätzliche Aufenthaltsräume für die Bewohnerinnen und Bewohner schafft.

 

In den oberen Stockwerken beider Gebäudeteile fühlt sich die betreute Wohngruppe von abilia sehr wohl. Die Organisation bietet Wohnungen und Beschäftigung für Menschen mit einer geistigen Behinderung an und sorgt auf der Erlenmatt für ein gepflegtes Umfeld: Mehrmals pro Woche sind abilia-Gruppen auf dem Areal unterwegs, sammeln Abfälle ein, putzen die Wege zwischen den Häusern und holen auf Wunsch auch Glas, PET oder Altpapier bei den Nachbarn ab.

 

Besonderen Wert legen wir auf die Räume im Erdgeschoss: Sie sollen den Hof beleben. abilia betreibt hier eine Gastroküche, die Kinder der Goldbachkrippe spielen gerne draussen, und der helle Gemeinschaftsraum ist offen für das ganze Areal. Auch ein Gemüsedepot des Birsmattehof hat hier Platz.

Durchdachte Grundrisse
Die 12 Wohnungen mit 2,5 bis 4,5 Zimmern sind kompakt und bestechen durch ihre klugen Grundrisse. Die Vorplätze im Atrium schaffen zusätzlichen Begegnungs- oder Spielraum, den die Mieterinnen und Mieter rege nutzen. Dazu kommen die grosszügigen Balkone und Terrassen zum Hof.

 

Der Hinterhof wird ab Herbst 2018 zusammen mit allen Menschen auf dem Areal gestaltet.

 

Bei diesen Wohnungen kommt unser Mietzinsbeitragsmodell zur Anwendung.


Mietzinsbeitragsmodell

abilia

Kinderkrippen Bläsistift

Birsmattehof

Wohn- und Gewerbehäuser Signalstrasse 27/29 und 27a/29a

Baujahr

2018

Atelier 5 Architekten und Planer, Bern

Nutzung

21 Wohnungen, Kindergarten, Gewerberäume

Es ist ein elegantes Ensemble: Das Vorderhaus schliesst direkt an die benachbarten Gebäude an. Im freistehenden Hinterhaus im Hof werden ruhige Wohnungen und ein Doppelkindergarten gebaut. Dazwischen öffnet sich ein halböffentlicher Freiraum für die Mieterinnen und Mieter. Er wird sich beleben, wenn die Mieterinnen und Mieter im Herbst 2018 einziehen.

Grossfamilie oder WG
Erdgeschoss und erste Etage des Vorderhauses sind für das Gewerbe reserviert: Büros, Praxen, Werkstätten oder Läden sind hier willkommen. Darüber befinden sich sieben Maisonette-Wohnungen, die über zwei Brücken mit dem Hinterhaus verbunden und von dort erschlossen werden. Diese Brücken verbinden auch die Bewohnerinnen und Bewohner der Häuser.

 

Im Erdgeschoss des Hinterhauses befindet sich ein Doppelkindergarten des Kantons. Für die Kinder aus dem Erlenmattquartier wird er ein wichtiger Ort werden. Ausserdem sorgt er dafür, dass die Erlenmatt Ost auch von Familien aus den umliegenden Häusern und Quartieren belebt wird. Direkt über dem Kindergarten liegen zwei Wohnungen für Wohngemeinschaften oder Grossfamilien. Die übrigen Wohnungen im Haus sind zwischen 1,5 und 4,5 Zimmer gross.

 

Der Aussenraum wird ab Herbst 2018 zusammen mit allen Menschen auf dem Areal gestaltet.

 

Bei diesen Wohnungen kommt unser Mietzinsbeitragsmodell zur Anwendung.

 

Mietzinsbeitragsmodell

Wohnhaus für Studierende Signalstrasse 33/35 und 33a/35a

Baujahr

2019

Duplex Architekten, Zürich

Nutzung

16 Wohngemeinschaften für Studierende und 3 Galeriewohnungen, Proberaum für Theater und Tanz, Gewerberäume

Kontakt

Jenny Jenisch und Raphael Schicker

Co-Projektleitung

T +41 61 327 30 10

jenisch@stiftung-habitat.ch

Studierende und junge Menschen in Ausbildung sind besonders auf günstigen Wohnraum angewiesen. Es lag für uns also nahe, an der Signalstrasse ein Wohnhaus für Studierende zu bauen: zweckmässig, aber durchdacht und architektonisch von hoher Qualität. Betrieben wird das Haus vom Verein für Studentisches Wohnen WoVe. Im Gewerbeteil des Erdgeschosses hat die Abteilung Kultur des Präsidialdepartements einen Proberaum für Theater und Tanz gemietet.

Zwischenstation
99 Studierende werden ab 2019 in dem ästhetischen Haus mit den ausgeklügelten Grundrissen leben können, in 16 Wohngemeinschaften für jeweils 4 bis 7 junge Menschen. Von uns direkt vermietet werden die drei hofseitigen 1.5-Zimmer-Galeriewohnungen im Erdgeschoss.

 

Die Wohnungen gruppieren sich in zwei Gebäudeflügeln um das Herz des Ensembles, einen halböffentlichen Innenhof im ersten Obergeschoss. Eine offene Treppe, Laubengänge und Brücken über den Hof führen zu den Wohnungen. Die Terrassen der Laubengänge sind wie Wohnzimmer im Freien.

 

Mit den Studierenden zieht eine Altersgruppe auf das Areal, die in den übrigen Häusern nicht direkt angesprochen wird. Sie ergänzen den bunten Mix von Menschen im Quartier. WoVe sorgt dafür, dass dies so bleibt: Wer seine Ausbildung abschliesst, muss ausziehen – und kann vielleicht in ein anderes Haus auf dem Areal wechseln. Der enge Austausch zwischen den einzelnen Häusern soll dies möglich machen.

 

Der Aussenraum wird ab Herbst 2018 zusammen mit allen Menschen auf dem Areal gestaltet.

 

Bei den Galeriewohnungen kommt unser Mietzinsbeitragsmodell zur Anwendung.

 

Mietzinsbeitragsmodell
Verein für Studentisches Wohnen WoVe

Silo Signalstrasse 37/39

Baujahr

1912

Rudolf Sandreuter, Basel

Umbau

2019

Harry Gugger Studio, Basel

Nutzung

Hostel, Gastrobetrieb, Projekt- und Arbeitsräume, offener Salon

Kontakt

Jenny Jenisch und Raphael Schicker

Co-Projektleitung

T +41 61 327 30 10

jenisch@stiftung-habitat.ch

 

Ein historisches Gebäude als Herz des brandneuen Quartiers: Das Silo stand jahrelang einsam im Osten des ehemaligen Bahngeländes. Nun wird es zum Hostel, Restaurant, Arbeitsort und Quartiersalon umgebaut.  

Ein Stück Bahngeschichte
Das Silo der Basler Lagerhausgesellschaft (BLG) wurde 1912 auf dem Gelände des deutschen Güterbahnhofs gebaut und war ein wichtiger Lagerplatz für Getreide und Kakaobohnen. Entworfen hat es der Basler Architekt Rudolf Sandreuter, der mit der Aktienmühle oder dem Traditionslokal «Zum braunen Mutz» einige prägende Bauten in Basel geschaffen hat. Wir wollten dieses Industriegebäude erhalten und zum Herzstück des neuen Quartiers umgestalten.

 

Interessant ist vor allem das Innere des von aussen eher unscheinbaren Gebäudes: Das Silo ist ein früher Eisenbetonbau mit einer strengen Ordnung und filigranen Stützen im Obergeschoss. Um den industriellen Charakter des Gebäudes zu erhalten, suchten wir zuerst eine Nutzung, die in die kleinräumigen Silokammern passt. Das ist gelungen!

Ein «Haus für Kosmopolitisches»
Was wird im Silo laufen? Wir wünschten uns einen Betreiber, der das ganze Gebäude von uns mietet und in eigener Verantwortung mit Leben füllt. Das junge Team des Vereins für Kosmopolitisches überzeugte uns mit seinem Konzept. Das Silo soll ein offenes Haus werden, in dem die Welt und das Quartier zu Gast sind. Gegen die Signalstrasse entsteht ein Hostel mit rund 80 Betten. Arbeits- und Projekträume sind zum Hof hin orientiert. Ein Restaurant mit bewirteter Aussenfläche im Hof ist ebenfalls geplant. Das Herz des Silos ist ein offener Salon, in dem Reisende und Menschen aus dem Quartier ein und aus gehen und miteinander ins Gespräch kommen. Aussen erhält das Silo nun eine neue Fassade, die den heutigen Anforderungen entspricht. Die grossen runden Fenster sorgen für Tageslicht und Belüftung und verleihen dem Gebäude einen neuen, offeneren Charakter. Eröffnet wird das Silo 2020.

 

Verein für Kosmopolitisches